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Tage die bleiben

image du film/ crédits: (CCFA)image du film/ crédits: (CCFA)
Articles | Publié le 23.11.2011 Mit dem Preis der Jury während des Festivals « Univerciné allemand 2011 », ist Tage die bleiben ein intimes Familienporträt. Dieser Film grenzt sich durch die Sensibilität ab, die er entwickelt.

Drama, Deutschland 2011, 106 Minuten, Regie: Pia Streitmann, mit: Götz Schubert, Max Riemelt, Mathilde Bundschuh, Lena Stolze

Die erste Szene ist von einer betörenden Schönheit: Der tragische Tod der Schriftstellerin Andrea Dewenter bleibt für immer in das aus der Fassung geratene und bewegte Leben ihres Ehemanns Christians, ihres Enkels Lars und ihrer jugendlichen Tochter Elaine, eingraviert. Der Zuschauer wird mitgerissen. Ihm stockt der Atem, von dem was er gesehen hat. Das Unvermeidliche. Der Unfall. Er ist ab nun Teil des Mysteriums der Erzählung. Von da an ist die Fortsetzung so kalt wie Stahl. Tage die bleiben bleibt spannend und berührend. In der Position des Beobachters versucht man, die Reaktionen zu verstehen, für sich selbst die Verbindungen dieser Familie in einer so „absurden“ Phase wie der Trauer zusammenzuknüpfen. Pia Strietmann bringt einen ästhetischen Ansatz hervor, voll von Reinheit und Komplexität. Mit dem jungen Jury-Preis Univerciné ausgezeichnet, ist Tage die bleiben kein perfekter, aber ein fesselnder Film. Teuflisch fesselnd. Denn die empfundene Emotion der ersten Minute hallt lange nach.

Interview mit Pia Strietmann

In Tage die bleiben, dem ersten Film von Pia Strietmann, liefert die Regisseurin eine sehr persönliche Geschichte über familiäre Bande. Der Film behandelt auf subtile Weise, und ohne dabei jemals ins Tragische zu verfallen, die Beziehung zum Tod und die widersprüchlichen Reaktionen, die dieser bei den unterschiedlichen Mitgliedern einer Familie auslösen kann. Am Ende der Vorführung hat Pia Strietmann die Fragen der Zuschauer beantwortet.

Wie sind Sie dazu gekommen einen Film zu machen?

Pia Strietmann:
Das Thema des Films ist sehr persönlich. Ich habe meinen Vater vor acht Jahren verloren und es war dieses Ereignis, das mich die schwierige Periode zwischen Tod und Beerdigung, bewusst werden ließ. Ich wollte nicht einfach nur den dramatischen Aspekt eines solchen Ereignisses zeigen, sondern ebenso die Absurdität herausarbeiten, die diese Momente manchmal haben.

Welche Rolle spielt das Wetter im Film?

P.S.:
Die Ankündigung des Sturms am Anfang des Films ist tatsächlich nicht unverfänglich. Aber die Änderung des Klimas kommt wirklich aus dem Innern der Figuren. Das Wetter ist zu Beginn trocken, ein Zustand der Verweigerung und der Wut. Der Regen hingegen besitzt eine reinigende Rolle. Man erwartet, dass sich die Gefühle ändern, wenn das Gewitter ankommt, aber sie entwickeln sich erst in der Folge. Das Wetter im Film ist beinahe eine eigene vollwertige Figur.

Welchen Platz nimmt die Literatur in Ihrem Film ein?

P.S.:
Ich habe Rainer Maria Rilke ausgewählt, denn viele seiner Texte widmen sich dem Tod. Was den Roman von Virginia Woolf, „Ein Zimmer für sich allein“ betrifft, taucht dieser in der Geschichte auf, um eine Parallele zwischen der Heldin des Buches – die kein eigenes Zimmer für sich hat, um an ihrem Roman zu arbeiten – und der Rolle der Mutter im Film herzustellen, die auch als Schriftstellerin, in der Küche des gemeinsamen Familienhauses schreibt. Es ist die Emanzipation der Mutter, die ich hier symbolisieren wollte. Man kann sich fragen, ob diese Frau nicht ebenso daran denkt ihre Familie zu verlassen, ihr Leben zu verändern.

Côme Tessier, Nantes France ;  Mathilde Colas, Nantes France