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Morgen das Leben

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Articles | Publié le 23.11.2011 Alexander Riedel präsentierte beim Filmfestival seinen ersten Spielfilm. Morgen das Leben ist eine Dokumentation an der Grenze zur Fiktion. Der Regisseur erklärte, dass kein Dialog geschrieben wurde und dass, im häufigsten Falle, die erzählten Geschichten der Realität angenähert sind. Es entsteht daraus ein authentischer Film ohne Kunstgriffe, der die Schwierigkeit in einer reichen Stadt zu leben herausstellt, in der der soziale Aufstieg omnipräsent scheint und zu einem Faktor der Ausgrenzung werden kann.

Drama, Deutschland 2010, 92 Minuten, Regie: Alexander Riedel, mit: Judith Al Bakri, Ulrike Arnold, Jochen Strodthoff

Drei Münchner Schicksale ändern ganz plötzlich die Richtung, um endlich aufblühen zu können: Judith arbeitet in einem Büro. Sie verlässt ihre Arbeit, um Kosmetikerin zu werden. Jochen ist ein Grafiker, der sich dazu entschließt Versicherer zu werden, um sich ein ordentliches Leben zu sichern. Ulrike wird zu einer allein erziehenden Mutter und arbeitet zu Hause.

Für seinen ersten Fiktionsfilm hat Alexander Riedel mit großer Feinfühligkeit das Leben von drei Personen geschildert, die mit der Zielsetzung der Entfaltung, versuchen der Routine der großen Stadt zu entfliehen. „Riedel inszeniert seinen Spielfilm mit großer Aufrichtigkeit, unterstützt von exzellenten Interpreten.“ Alexandra Seitz, Tip Berlin.

Zeigst Du München so wie es ist?

Alexander Riedel:
Ja, leider. Ich lebe in München und die Stadt ist genau so. Sie ist die Teuerste Deutschlands. Es gibt den Willen die Stadtviertel zu verändern. Die Bevölkerung wird in die Randbezirke der Stadt gedrängt. In diesem Sinne ist mein Film politisch. Ich ziehe ihn aus meiner persönlichen Geschichte, als ich meinen Stadtteil verlassen musste. Meine Freunde ziehen es teilweise vor nach Berlin zu gehen, wo der soziale Druck weniger stark ist.

Ist es Absicht, dass alle Figuren allein leben?

A.R.:
Ganz genau. Jede Figur ist an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie sind dabei ihre gewohnte Umgebung zu verlieren. Ich selber bin gerade 40 Jahre geworden. Dies ist ein Alter, in dem man eine Bilanz zieht. Und in dem Film ziehen sich die Figuren zurück, sie schämen sich für sich selbst und haben das Gefühl sozial nicht erfolgreich gewesen zu sein.

Wie wurde der Film in Deutschland aufgenommen?

A.R.:
Er wurde zuerst in München gezeigt. Dies hat eine große Debatte ausgelöst, abgeschwächt von den zwei Preisen, die die Schauspieler erhalten haben. Der Film funktioniert besser in Süddeutschland, besonders durch die Abwesenheit vorgefertigter Dialoge. Die Improvisation hat zu einem bestimmten Dialekt beigetragen, zu Wortspielen, die vor allem für die Bayern verständlich sind.

Côme Tessier, Nantes France ;  Marine Vallier, Nantes France