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Ich will doch nur, dass Ihr mich liebt

l'affiche (CCFA)


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Articles | Publié le 23.11.2011 Ein beinahe autobiografisches Werk von R.W. Fassbinder „Ich will doch nur, dass Ihr mich liebt“, 1976, RFA: Erinnerungen befreien sich aus dem Dunst des Fernsehens.

Deutsches Drama 1976, 104 Min., Regie: Rainer Werner Fassbinder, mit: Vitus Zeplichal, Elke Aberle, Alexander Allerson.

Dieser Film von R.W. Fassbinder wurde erst kürzlich im April 2011 an die großen Leinwände Frankreichs adaptiert. Es handelt sich um ein als autobiografisch zu bezeichnendes Werk, welches Fassbinder selbst charakterisiert; ein Film über sein Leben und seine familiären Gefühle. Bezeichnend inspiriert wird das Melodrama von einem Buch: „Lebenslänglich – Protokolle aus der Haft“ von Christiane Ehrhardt und Klaus Antes. Peter (Vitus Zeplichal), ein naiver Charakter auf der Suche nach Zuneigung, gibt alles dafür, geliebt zu werden: seine Arbeitskraft und sein Vertrauen. Er baut ein Haus für seine Eltern, verwöhnt seine Frau und gibt ohne Unterlass Geld aus, bis zur Verschuldung. Er ist so überarbeitet, dass sein Vorarbeiter ihm rät, in Urlaub zu gehen. Omnipräsent ist der Mythos des Ödipus in diesem Film, wenn Peter seiner Mutter Blumen schenkt und doch nichts als Hass zurückbekommt.

Sein Vater ist eher warmherziger; als Chef eines Bistros, spielt er die Rolle einer menschlichen Notenpresse. Kurze Flashs beherrschen den Film. Peter diskutiert mit einer Frau, die mit einem Tongerät aufnimmt – ohne Zweifel handelt es sich hier um die Schriftstellerin Christiane Antes, Autorin des Buches „Lebenslänglich – Protokolle aus der Haft“. Ausgehend von diesem Interview weiß Peter nicht mehr, ob er der wirkliche Verbrecher, oder nur das Opfer eines Systems ist. Fassbinder formuliert hier eine Kritik über die Suche nach dem großen Geld durch die Schriftstellerei und der Produktion von Filmen. In einem München, wo eine Scheinkultur herrscht und sich alle Beziehungen nur ums Geld drehen. Lebensweisen in dieser Krisenzeit, die sich auf Verschuldung und Über-Konsum stützen, werden hier mit einem Augenzwinkern bedacht. Ein Melodrama über eine schwere Kindheit und elterlichen Egoismus, dessen psychologischer Nachhall die Linearität und die Komplexität familiärer Wege gleichermaßen attackiert. Eine Sozialkritik, welche die Instabilität von Individuen an ihrer Grenze bedauert und die dazu anregt über die Art von Fassbinders familiären Verbindungen nachzudenken.

Pierre-Alexandre Charrier, Nantes France