Die Ausbildung
Drama, Deutschland 2011, 90 Minuten, Regie: Dirk Lütter, mit: Joseph K. Bundschuh, Anke Retzlaff, Anja Beatrice Kaul
Dirk Lütters Film Die Ausbildung wurde 2011 auf dem internationalen Filmfestival in Berlin entdeckt. Er erhielt den Preis des Deutsch-französischen Jugendwerks: „Dialogue en perspective“ (Dialog mit Perspektive). In den Büros eines Unternehmens, schlüpft der Zuschauer in die Haut eines Praktikanten, der sich in einer Handelsfirma beweisen muss. Die eher introvertierte Figur wird mit einer Welt konfrontiert, die zwischen Zuneigungen, Produktivität und der Stabilität des Arbeitsverhältnisses schwankt. Regisseur Dirk Lütter, der selbst Erfahrungen im Bereich der Medien gemacht hat, beantwortete gerne folgende Fragen:
Warum fokussieren Sie sich auf einen jungen Studenten und seinen Eintritt in die Arbeitswelt?
Dirk Lütter:
Hier möchte ich zeigen, dass diese Einführung in den Arbeitsmarkt jedes Individuum und seine persönlichen Entscheidungen betrifft. Diese Phase zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Eintritt in die Welt eines Unternehmens, ist eine Phase des Übergangs, die meiner Meinung nach mehr Freiheiten lässt.
Warum lassen Sie die Stille im Film sprechen und welche Empfindung erwarten Sie vom Publikum?
D.L.:
Für einige Szenen habe ich absichtlich die Zeit des Dialogs reduziert, um Räume zum Nachdenken zu schaffen. Auf diese Weise bleiben die Szenen sie selbst, das heißt so wenig theatralisch wie möglich. Der Zuschauer kann sich also in die Arbeitsumgebung hineinversetzen und dabei seine eigenen beruflichen Erfahrungen einbringen.
Der Film besitzt keine ganzheitliche Musik, abgesehen von den Chören, was ist die Bedeutung dieser Gesänge?
D.L.:
Diese Chöre sind aus Gewerkschaftsverbänden hervorgegangen, aus Unternehmenskomitees mit Personen, die in Büros arbeiten, aus Personen, die Werte wie Solidarität und gegenseitige Unterstützung verteidigen. Dies sind Werte, die mir in der Kindheit eingeimpft wurden und die mein Verständnis von menschlichen Beziehungen berühren. Und ich wollte den Kontrast im Film herausstellen, vor allem mit der Realität eines Unternehmens, die diesen Werten entgegensteht.